Tuesday, September 05, 2006

Mars von Fritz Zorn, 4. Ausschnitt

Mars; 219

Mein Motiv habe ich als einen flammenden Haß erkannt, Gottes Motiv aber eher als ein dumpfes böses Ressentiment. Bei mir habe ich die absolute Notwendigkeit erkannt, den Gegner mitten ins Herz zu treffen, bei Gott aber eher eine schläfrige und amorphe Bösartigkeit, mich im Rahmen eines allgemeinen Zerquetschungsprogramm gerade noch mitzuzerquetschen. In dieser letzten Vorstellung erschien mir Gott am ehesten wie ein riesengroßes böses Tier, wie eine ekelhafte Qualle, die mich zu ersticken und zu vergiften sucht, oder wie eine Krake mit tausend Fangarmen, die mich von allen Seiten umschlingen.

Sunday, August 06, 2006

Mars von Fritz Zorn, 3. Ausschnitt

Mars; 173-174

Ein Hauptsünder bei der Pervertierung des Begriffs "Sinn" ist sicher die christliche Religion, die uns lehrt, dass kein Spatz vom Dach fällt, ohne dass es der Wille des Konstrukteurs dieses Vogels gewesen sei. Das christliche Dogma lehrt: Bleibt der Spatz oben, so ist das gottgewollt und sinnvoll; fällt der Spatz herunter, so ist das auch gottgewollt und sinnvoll - bloß verstehen wir diesen Sinn nicht. Wenn der Vogel also oben bleibt, so hat das einen Sinn, den wir verstehen können; wenn der Vogel aber nicht oben bleibt, so hat das einen Sinn, den wir nicht verstehen können. Ergo ist alles sinnvoll.

In dieser Beweisführung liegt ein Widerspruch, der mich mehr anekelt, als dass ich es tatenlos ertragen könnte. In einem solchen Augenblick müsste man Gott, der diesen Spatz geschaffen hat, geradezu erfinden (denn meinem persönlichen Glauben nach gibt es ihn nicht), bloß um ihm eins in die Fresse zu hauen.

Friday, August 04, 2006

Ich habe mir überlegt, dass ich, um für etwas Kontinuität zu sorgen, jetzt von Zeit zu Zeit Ausschnitte aus Mars hier hereinstelle. Denn, mal davon abgesehen, dass Mars sowieso ein wunderbares, sehr gutes Buch ist, sind gewisse Aussagen, die auf das Christentum, bezogen sind, äußerst schön zu lesen. Hinter dem Semikolon steht die Seite, auf der es zu finden ist. Hier also die erste Bemerkung zum Christentum:

Mars; 149
Was aber "Liebe" ist, brauche ich nicht lange zu definieren. Das Wort "Liebe" ist zwar von der unheilvollen Sekte, die auch heute noch den Ruf genießt, die Hauptreligion des sogenannten gesitteten Westens zu sein, seit zweitausend Jahren immer wieder missbraucht und in den Schmutz gezogen worden, so daß man sich eigentlich gar nicht mehr wundern müsste, wenn heutzutage kein Bewohner des christlichen Abendlandes mehr wüsste, was Liebe ist. Und doch weiß es jedermann.

Und weil die so kurz war, hier gleich noch eine:

Mars; 166-167
Von allen Lastern darf man eines nicht haben: Geduld. Ich denke hier an den exemplarischsten Vertreter dieser Charaktereigenschaft, den alttestamentarischen Hiob. In seinem ganzen Elend kommt Hiob nicht auf die Idee, Stellung zu beziehen, sondern er kuscht, oder, wie es die Bibel ausdrückt: "Er versündigte dich nicht und redete nichts Törichtes wider Gott." Hiobs Weib, offenbar der stärkere Charakter der beiden, rät ihm: "Fluche Gott und Stirb!"
Er aber sprach zu ihr:
Wie sollte ich dazu kommen, Gott zu fluchen? Was würde denn Gott dazu sagen? Ich bin überzeugt davon, daß es Gott nicht passen würde, wenn ich ihm fluchte.
Ja, und wenn es ihm nicht passen würde? Und wenn er etwas dazu sagen müsste? Warum wäre das eigentlich so furchtbar, wenn es Gott stören sollte, dass Hiob ihm fluchte?
Gott stellt die Sache alsbald klar und gibt Hiob zu verstehen, daß es ihm durchaus nicht wohlgefällig wäre, Kritik an sich selbst zu vernehmen. Da antwortete der Herr dem Hiob aus dem Wetter und sprach:

Habe ich nicht das Krokodil erschaffen?
Wer dringt ihm in das doppelte Gebiß?
Die Tore seines Rachens, wer hat sie geöffnet?
Um seine Zähne lagert Schrecken.

Habe ich nicht das Krokodil erschaffen, das an Scheußlichkeit alles andere übertrifft? Kann das Krokodil nicht beißen, morden, verstümmeln, verkrüppeln, vernichten? Wie kommst du dazu, an meiner Autorität zu zweifeln, wo ich doch der Herr über solche Scheußlichkeiten bin?
Da antwortete Hiob dem Herrn und sprach:
Du hast recht. Ich anerkenne, daß du der gemeinste, widerlichste, brutalste, perverseste,sadistischste und fiesete Typ der Welt bist. Ich anerkenne, daß du ein Despot ,Tyrann und Gewaltherrscher bist, der alles zusammenschlägt und umbringt. Dies ist für mich Grund genug, dich als alleinseligmachenden Gott anzuerkennen, zu verehren und zu preisen. Du bist das größte Schwein des Universums. Meine Antwort auf diesen Tatbestand ist die, daß ich dir gerne untertan bin, dich sinnvoll finde und versuche dich zu lieben. Du hast die Gestapo, das KZ und die Folter erfunden; ich anerkenne also, daß du der Größte und Stärkste bist. Der Name des Herrn sei gelobt.
Welche Haltung die ethisch wertvollere ist, die Hiobs oder die von Hiobs Weib, versteht sich von selbst. Eben weil Gott das Krokodil erfunden hat, besteht die Verpflichtung, gegen ihn zu rebellieren; denn wenn er es nicht erfunden hätte, brauchte man auch gar nicht mehr gegen ihn zu rebellieren. Hiobs Reaktion ist nicht nur feig, sie ist auch dumm.

Wednesday, August 02, 2006

Über die ewige Verdammnis der Kirchtürme ohne Kirchturmuhren

Kennen sie das? Sie haben keine Armbanduhr und ihr Handy nicht mit. Nun fragen sie sich jedoch, wie spät es wohl sein möge. Zu diesem Zwecke hält man nach der nächsten Kirchturmspitze Ausschau. Ist diese erblickt, hält man darauf zu und die freudige Erwartung auf die kommende Erkenntnis über den aktuellen Zustand der Zeit steigt.
Leider hat die Kirche keine Uhr.

Was ist daran nun so verwerflich? Man kommt zur Kirche und kann beten, man kann beichten, wie viel Kilo man zugenommen hat, man kann eine Oblate verzehren, für vier Euro eine Kerze anzünden oder sich die Hände waschen. Und was bringt mir das? Herr Gott ist ein vielbeschäftigter Mann, der kann schließlich nicht jedem die Uhrzeit mitteilen, außerdem kommt er womöglich noch mit den Zeitzonen durcheinander und nicht nur, dass ich dann um ein paar Stunden falsch liege, nachher kommt er noch zu spät zur Arbeit. Dem Herrn Pastor zu beichten, dass man die Zeit nicht kennt, ist wohl wenig hilfreich. Der Hunger ist von der Frage nach der Zeit zu unterscheiden. Eine Kerze ist als Sonnenuhr ungeeignet und die Toten, angenommen sie kommen wirklich, kennen noch ganz andere Zeiten. Wäre Jesus Vater besser mal Uhrmacher gewesen.

Warum gehen die Leute denn zur Krche? Wegen der Zeit. Damals, als es noch keinen Fernseher gab, haben sich die Leute immer vor den Kirchturmuhren versammelt und sich dann in geselliger Runde einen Zeitraum angesehen. So konnte die Kirche Anhänger locken. Aber wenn da keine Uhren mehr sind...

Wieso wird die Kürche nicht uhrtürmlicher? Ich sehe es schon vor mir: der gesamte Platz vor dem Petersdom wird zu einer einzigen riesigen Uhr. über den gewaltigen Zeigern ist eine Platte aus Panzerglas oder ähnlichem. Das würde Millionen von Touristen anlocken, zusätzlich zu denen, die dort jetzt schon sind. Man könnte eigentlich alle Kirchen durch gewaltige Obelisken austauschen, die wiederum eine gewaltige Uhr tragen. Das würde der Treffpunkt für junge Leute verdienen. man stelle es sich vor, die Werbung dafür:

13.00 - Eine Uhrzeit für die ganze Familie!

Heute Abend vor jeder Kirche, das Megaevent des Jahres! Der berühmte Zeitraum "3 Stunden" wird gezeigt! Heute Abend mit dabei:

19.00
20.00
21.00
und das sagenhafte
22.00

Genießen Sie 3 Stunden voller Action, Spannung und Abenteuer! Lassen Sie sich verzaubern von den atemberaubenden Uhrzeigern, warten Sie mit Freunden auf 21.00, verfolgen Sie gebannt die erste Stunde und lassen Sie sich überraschen von dem Höhepunkt: 21.30!

"Zeit, dass sich was dreht"

Man stelle sich vor, welch ein Ansehen die Kirche ernten würde!

"Die Kirche gibt die Zeit an!"
"Die Kirche geht mit der Zeit"

oder auch etwas dämlichere Sprüche wären möglich:

"Zeit ihr bereit für Gott?!"

Ja, man könnte sogar den Papst durch eine Pendeluhr austauschen, dann würde ihm auch jemand zuhören. Und folgender Slogan wäre möglich:

"Der Papst gibt den Takt vor!"

Ja, man könnte Bilder von berühmten Uhrzeiten malen, man könnte wichtige Uhrzeiten heilig sprechen. Ich denke zum Beispiel, dass 7.55 eine sehr heilige Uhrzeit ist. Natürlich, wenn man bestimmte Uhrzeiten heiligt und Bilder von ihnen malt, dann würde das ja für das Stillstehen der Zeit stehen und auch die sich ewig wiederholende Uhr wäre nicht die progressive Form. Aber da die Kirche sowieso immer konservativ bleiben wird, wieso nicht? Das ist leider der Punkt, sie wird immer konservativ bleiben. Und obwohl diese Ausbau der Uhrzeit den Menschen und der Kirche helfen würde, wird es wohl nicht kommen. Aus jenem Grund wartet auf diese sündigenden Kirchtürme ohne Kirchturmuhren die ewige Verdammnis.

Tuesday, July 25, 2006

Nachruf für Fußball-Deutschland

Familien ist,
wo unsere Nation Hoffnung findet,
wo Flügel Traum ergreifen.

Wir haben es immer sehr gemocht und es hat uns in vielen schwierigen Situationen beigestanden. Seine Tugendhaftigkeit wird uns allen ein Vorbild sein. Das überraschende Ende hat uns alle sehr mitgenommen

Doch wir sind nicht traurig, erinnern uns lieber an die schöne Zeit und schauen in die Vergangenheit, um zu sehen, dass es damals genauso war wie heute. Immerhin haben wir vor gut 60 Jahren auch verloren.

Und hätten wir gewonnen, wäre eine Niederlage heute unmöglich. Dann würde man jedesmal hören: Sieg... Doch so musstest du von uns gehen, wir rufen dir ein heilsames Danke zu. Danke!

Wir wünschen für den weiteren Werdegang alles Gute und viel Erfolg.

Sunday, July 09, 2006

Italiens Weg zum WM-Sieg

Anm.: Wenn ich von den Italienern spreche, meine ich Italiens Nationalmannschaft des Fußballs

Wenn man sich die Italiener ansieht, blickt man in Gesichter, die den Haaren gleichen und diese sehen aus, als haben die Spieler viel mit Schmiergeld zu tun.

Ob dem so ist sei einfach mal außer Acht gelassen, das Entscheidende ist ja, dass nicht nur die Gesichter den Haaren, die Haare der italienischen Liga gleichen, sondern dass ihre Spielweise wiederum ebenfalls den Haaren gleichen.

Und was glichen die Haare nochmal? Schmiergeld. Und Schmiergeld - Spielweise ist jetzt nicht unbedingt als Allegorie zu sehen...

Die Italiener sind wie Aale, die sich auf ihre ölige glitschige Art überall durchschlängeln. Aber woher haben Aale soviel Geld? Ach ja... die Nationalliga...

Man könnte sagen, die Italiener sind bis zum Final geglitten...

Ich kann nicht beurteilen, wie Italien gegn die Ukraine gespielt hat, doch von den anderen haben sie lediglich eines verdient gewonnen:
gegen Deutschland!

Wie blamabel. Sonst nur gute Spiele, doch genau gegen die Kröten des Fußballs (klein und glitschig) spielen sie derart miserabel. Das ist schade.

Und die Franzosen haben auch enttäuscht. Nichtmal Zidane, der beim Versuch die Spielweise der Italiener nachzuahmen übers Ziel geschossen ist, konnte mit dieser Aktion die lebenden Nudeln besiegen. A propos, treten, schlagen, schubsen Aale eigentlich immer? Vielleicht habe ich den Italienern ja doch Unrecht getan. Zitteraal könnte aber passen...

Mensch Franzosen,

ihr fresst die Frösche doch sonst immer!

Deutschland - Rückkehr zur Tradition

Zur Zeit sind überall ind Deutschland wehende Deutschlandfahnen zu sehen. Vor allem in Stadien und auf Plätzen für das Public Viewing.
Man sagt, das habe es noch nie gegeben. Doch da muss ich doch energisch widersprechen.

Zuletzt gab es das vor 61 Jahren. Und heute macht man das wieder. Klar, es gibt Unterschiede. Ich habe die Bezeichnung eines explodierenden Ventils schon gehört. Hier liegt auch der Unterschied. Damals war es halt einfach besser inszeniert.

Aber es ist doch schonmal interessant, dass die Deutschen so traditionell sind und sich auf die alten Werte besinnen.

Beinahe wäre mein Kampf zuende gewesen...

Kurzeitiger Abschweif zum Fußball zwecks Leserwerbung

Mein Vorschlag als Alternativmotto zu "Die Welt zu Gast bei Freunden":

Iran zuhause bei Freunden

Serbien-Montenegro zuhause bei Freunden

Afghanistan zuhause bei Freunden

Leider entfällt das Motto

Türkei zuhause bei Freunden

Wobei man es natürlich auch im Gedanken an die NPD und DVU

Türkei zuhause bei Feinden nennen könnte, aber Deutschland ist ja zum Glück nicht NPD.

PS: Ich auch nicht

Monday, June 05, 2006

Die Zukunft des Buchhandels

Welche Zukunft ist dem Buchhandel beschieden? Es gilt, um die Bedeutung dieses Handwerks, die Bedeutung des Buches, die ihm in unserer heutigen Welt beigemessen wird, zu ergründen.
Im Angesicht des Kapitalismus und der wachsenden Globalisierung verliert das Buch, so scheint es, zunehmend an Bedeutung. Die Gewichtung unserer Gesellschaft verlagert sich mehr und mehr zur Mobilität hin, zum Konsum, bedingt durch die übermäßige Fülle des Angebots. Was zählt, sind schnelle Informationen, ein breites Angebot, die bereits genannte Fülle dessen und ein stetiger Wechsel, der jedoch weniger stetig ist, als variierend, schnell, fast hektisch und, wie es ein Werbefachmann einer Weltfirma ausdrücken würde, pulsierend. Impulsiv. In dieser Informationswirtschaft sind Medien besonders gefragt, nicht umsonst erlebt das Internet Hochkonjunktur. So gilt es zu vergleichen, zwischen dem Buch und den restlichen Medien. Das Fernsehen verändert sich, das Programm ist variabel, fast flexibel, da es sich auch auf die Bedürfnisse des Zuschauers einstellt. Allerdings erlebt es dadurch auch eine Gleichstellung, da sich die Sender inhaltlich näher kommen. Doch zum Einen ist das dem Proletariat relativ egal, zum Zweiten kann der Zuschauer konsumieren und hat doch das Gefühl, durch ein Fenster zur Welt zu schauen. Dass das Internet prosperiert, wurde bereits angesprochen, wird auch zunehmend Schauplatz politischer Kämpfe, wenngleich eher untergründiger, zudem ist es womöglich eine Feste der Meinungsfreiheit, da es vollkommen unkontrollierbar ist. Dadurch erweitern sich fortwährend die Inhalte , die dem Konsumenten, als auch jenem, der keiner sein möchte, ein Medium bieten.

Das Buch jedoch ist nicht derart aktuell, derart flexibel. Es bedarf der Zeit, es zu schreiben, der Zeit, es zu drucken und zu verkaufen. Des weiteren ist ein gedrucktes Buch nicht mehr zu ändern, es ist starr. Hinzu kommt, dass ein Buch nicht zu konsumieren ist. Ein Buch zu lesen ist jederzeit eigene, geistige Produktion. Man wird gefordert, aber man lernt auch mehr, man entwickelt sich. Das Buch ist der Generator des Intellekts, der Motor des Intellektuellen. Auch in einer elitären Gesellschaft existiert eben jene intellektuelle Elite, welche dem Buchhandel ein Auskommen beschert.

Der Buchhändler ist also nicht, ich betone es erneut, nicht, wie der Große Rest der Händler, Verkäufer, Prostituierte des willenlosen Proletariats; Gerade, weil ein Konflikt zwischen Leser und Buch besteht, weil es die Wechselwirkung ist, die dem Buch seinen Wert verleiht, ist der Buchhändler eine der höchsten Instanzen der geistigen Bildung. Selbstverständlich gilt es, zu differenzieren. Ein Buchhändler, der opportun im Massenwind dreht, wird wohl der erfolgreichste sein, der reichste. Doch dem Buchhändler obliegt Verantwortung über die abstrakte Bildung. Vorbei sind die Zeiten der alten Griechen, des Sokrates, der auf die Schrift verzichtete, der das Gespräch suchte. Die Gesellschaft ist vereinsamt. Was kooperiert und interagiert, sind Wesen in der Isolation. Jeder für sich, isoliert von der Welt, verschwindet jegliche Bedeutung der Kommunikation und Interaktion. So ist es kaum noch möglich sich auf zwischenmenschlicher Basis zu bilden. Zu dieser Abstraktion ist das Buch von Nöten, nichts erreicht einen Grad der Abstraktion eines Buches. Das ist der Grund des Anspruchs eines Buches.

Der einzige wirkliche Aufgabenbereich eines guten, eines, so weit von uns möglich, objektiv betrachteten guten, ist der Erhalt des freien Geistes. Diese Verantwortung, Aufgabe, relativiert und egalisiert sämtliche gesellschaftliche Normen, auch den benötigten Abschluss. Zum Teil ist es gerade so, dass jene freien, aufnahmefähigen, freien Geister unterdrückt werden, und deswegen keinen derart hohen Abschluss erhalten. Jeder Freigeist, jeder mit einem Funken Widerstandkraft und –wille ist fähig, Buchhändler zu werden. Er muss nur selbst diese Welt des Buches, der Geistesentwicklung entdeckt haben und fördern. Er sollte sich bewusst sein, dass der Verdienst, gerade bei Erfüllung der Verantwortung, nicht seine materiellen Träume erfüllen wird. Hingegen seine geistigen, höheren umso mehr, Buchhandel ist mehr als vieles andere, eine Chance sich von den Zwängen des Materialismus zu lösen.

So ist es kaum verwunderlich, dass der Aufstieg nicht beruflich, sondern gedanklich erfolgt. So will ich denn mein Plädoyer beschließen, indem ich warne. Ich warne, meine allerliebste Welt, vor dem Verkümmern des Geistes, davor, dass Der Buchhandel tatsächlich die letzte Festung der Freiheit wird. Freiheit als Einsicht in die Notwendigkeit wird mehr und mehr zum Standard; die kapitalistische Welt glaubt den Pseudokommunismus der Sowjetunion und des Ostblocks besiegt zu haben, nicht merkend, dass ein weitaus größerer Schrecken die Erde überzieht und -ziehen soll. Die Illusion, man habe Kommunismus geschaffen, war vielleicht die schlimmste aller Ursachen der kapitalistischen Globalisierung.

Besinne! Bewahre deine Ideale! Bewahre die Freiheit! Bewahre die Vernunft! Bewahre die Leidenschaft! Halte fest! Halte fest an dir selbst!! Erkenne dich selbst! Befreie dich!

Kommunion

Eines der größten Mysterien des Christentums, bzw. Katholizismus, ist die Kommunion.
Das wahrhaft faszinierende, erstaunliche, sonderbar anmutende ist nämlich die Hostie.
Zuerst wird in der Bibel wieder und wieder gesagt, dass man sich keine Götzen machen solle.
Was machen die Katholiken?
Sie backen sich einen Haufen Oblaten, nennen ihn Hostie, behaupten, es sei der Leib Christi und beten sie an. Wenn nun der angeblich einzige Gott mit einem Stück Brot gleichgesetzt wird, was sollen wir daraus schließen? Gott ist dumm wie Brot?
Und weitergehend: Wenn Jesus in allen Broten steckt, sind sie ja gar nicht mehr vegetarisch, dann werden die Katholiken ja mit Tiermehl gefüttert, bzw. Menschenmehl.
Was war mit Jesus? War er so übergewichtig, dass sein Leib für alle reicht? Scheinbar.

Ich entdecke hier gerade etwas sehr interessantes. Ich müsste mal die Bibelstelle selbst sehen, denn womöglich ist ja gar nicht von dem Leib Christi, sondern von dem Laib Christi die Rede. Oder es ist nachher gar eine Paronomasie.

Und was ist mit dem Wein? Ich vermute mal, dass die Priester irgendwie ihre Keuschheit kompensieren müssen, vermutlich durch Alkohol. Wieso sonst sollte es genau Wein sein? Wieso nicht Wasser, der Ursprung des Lebens?

Ich mache hiermit einen Vorschlag an die Buddhisten:
Kauft einfach einige Tonnen Gummibärchen von Haribo auf. Nun, ihr habt zwar keinen Messias, doch habt ihr nicht auch ein Art oberstes Gesetz? Natürlich, das Nirwana. Wie ihr alle wisst, sind Gummibärchen der Leib des Nirwanas. Sie sind heilig, sie werden euch helfen, ins Nirwana zu gelangen. So esst vor jeder Meditation ein Gummibärchen und alles wird sich zum Guten fügen.

Die Kirche scheint mir nicht ganz koscher...